Unisolierte Heizungsrohre

Energie sparen im Quartier – und wie’s weitergeht

Die Evaluation des Projekts „Roter Berg“ ist abgeschlossen

Hallo, liebe Leserin, lieber Leser!
Wir möchten dir heute Einblicke in ein Projekt geben, das uns im letzten Jahr besonders am Herzen lag: die Aktion „Energiesparen am Roten Berg“. Vielleicht wohnst du selbst in einem Altbau, überlegst eine Sanierung oder willst einfach wissen, welche Maßnahmen im Alltag wirklich etwas bringen.

Heizsysteme in DE 2023 Quelle: BDEW
Heizsysteme in DE 2023 Quelle: BDEW

Zwei Studierende der THU – Johanna Reichl und Peter Schleicher – haben unser Projekt von außen bewertet. Ihre Ergebnisse helfen uns enorm, nächste Schritte besser zu planen.


Worum ging’s beim Projekt „Roter Berg“?

Gemeinsam mit LocalZero Ulm und der Lokalen Agenda Ulm wollten wir Hauseigentümer*innen im Quartier motivieren, über Energieeinsparung und klimafreundliches Heizen nachzudenken.

Dafür haben wir:

  • über 200 Postkarten verteilt
  • fünf kostenlose Energieberatungen verlost
  • eine Mikromesse mit regionalen Handwerksbetrieben organisiert
  • mit Energieberater Thomas Keil zusammengearbeitet

Die Idee: zeigen, dass Energiesparen nicht immer teuer sein muss – und dass schon kleine Schritte einen Unterschied machen.


Was haben die beiden Studierenden gemacht?

Ihre Aufgabe war es nicht, selbst zu beraten, sondern:

  • eine Beispielberatung zu beobachten
  • Interviews mit vier der fünf beratenen Haushalte zu führen
  • weitere Wärmepumpenbesitzer*innen zu befragen
  • Fragebögen für die Interviews zu entwickeln
  • die Wirkung der Postkarte zu untersuchen
  • und daraus Empfehlungen für unsere zukünftige Arbeit abzuleiten

Kurz: Sie haben unser Projekt von außen unter die Lupe genommen.

Auswertung Projekthäuser
Auswertung Projekthäuser nach dem Ampelsystem

Was besonders gut ankam

1. Die Energieberatung

Die kostenlosen Beratungen waren das Highlight — das sagten wirklich alle befragten Haushalte.

Sie fanden die Beratung:

  • überraschend ausführlich
  • verständlich und neutral
  • hilfreich durch die Wärmebildkamera
  • voll mit alltagsnahen Tipps

Besonders beliebt waren die „low hanging fruits“:
Kleine Maßnahmen, die man sofort umsetzen kann und die kaum Geld kosten – z. B. Dichtungen erneuern oder Rohre dämmen.

2. Die Mikromesse

Viele sagten: „Bitte unbedingt wieder machen!“

Dort konnten sie direkt mit Handwerkern sprechen, Fragen stellen und erste Ideen mitnehmen. Die Atmosphäre war offen und niedrigschwellig – genau so soll’s sein.


Was weniger gut funktioniert hat

1. Die Postkarten

Nur fünf Haushalte meldeten sich zurück – genau die fünf, die am Ende die Beratung bekamen.

Warum?
Viele dachten, es sei Werbung. Andere fanden die Karte zu textlastig oder konnten die Logos nicht zuordnen.

Kurz gesagt: Postkarten allein reichen heute nicht mehr aus.

2. Die erhoffte Nachbarschaftswirkung

Wir hatten gehofft, dass die beratenen Haushalte ihre Erkenntnisse im Quartier weitergeben.
Das ist nur sehr begrenzt passiert. Gespräche fanden eher:

  • im Freundeskreis
  • im Verein
  • in der Familie

statt – aber weniger unter direkten Nachbar*innen.


Erkenntnisse aus den Wärmepumpeninterviews

Die Studierenden haben zusätzlich zwei Ulmer Haushalte interviewt, die schon Wärmepumpen haben. Das Bild war klar:

  • Umstieg wegen Unabhängigkeit & Nachhaltigkeit
  • Behaglichkeit im Haus: gleich oder besser
  • Effizienz (JAZ ~4): sehr gut
  • Einsparungen: 40–60 %
  • Nachbarschaftseffekt: teilweise vorhanden

Diese persönlichen Erfahrungsberichte helfen uns sehr, realistische Einschätzungen weiterzugeben.


Was wir künftig besser machen können

Die Studierenden geben mehrere konkrete Empfehlungen – und wir finden sie sehr sinnvoll:

✔ Mikromesse gleich am Anfang

Damit gleich alle Interessierten abgeholt werden.

✔ Sichtbare Öffentlichkeitsarbeit

Plakate im Quartier, Social Media, vielleicht Anzeigen im ÖPNV.

✔ Anmeldeformulare direkt auf der Messe

So können wir die Beratungen gezielter vergeben.

✔ Beratung + Online-Feedback kombinieren

Mehr Rücklauf, bessere Auswertung.

✔ Stärkere Anbindung an den kommunalen Wärmeplan

Damit klar ist, was im Quartier langfristig möglich ist.


Fazit

Eines ist sicher:
Energieberatung wirkt – wenn man sie zugänglich macht.

Für die teilnehmenden Haushalte war das Projekt ein echter Gewinn.
Und durch die Evaluation wissen wir jetzt besser, wie wir mehr Menschen erreichen und noch gezielter unterstützen können.

Wir danken Johanna und Peter für ihre tolle Analyse und dir fürs Interesse an unserer Arbeit!


Möchtest du beim nächsten Mal dabei sein?

Dann melde dich einfach bei uns – wir informieren dich über:

  • neue Aktionen
  • und alles rund ums Energiesparen in Ulm

Gemeinsam gestalten wir ein klimafreundliches Ulm – Schritt für Schritt, Haus für Haus.

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